Was darf die Kunst? Alles. Außer sich selber boykottieren.

Festival für die Freiheit der Kunst | 15. September

„Kunst ver­bin­det, Boy­kott trennt“: Rad­fah­rer auf dem Weg zu Augus­tin Ibar­ro­las „Totems“ auf der Hal­de Hani­el | Foto thw

Kunst ver­bin­det, Boy­kott trennt. Was darf die Kunst? Alles. Was darf sie nicht? Sich sel­ber boy­kot­tie­ren. Es ist ihr ein­zi­ges Gesetz, sie setzt es sich sel­ber. Und doch ist es immer wie­der so, dass Künst­ler boy­kot­tiert wer­den  —  wenn sie aus Isra­el kom­men. Oder in Isra­el auf­tre­ten wol­len. Als ob die Frei­heit der Kunst für alle gäl­te außer für sie. Als ob die Kunst alle Men­schen mit­ein­an­der ver­bin­de außer mit Juden. BDS nennt sich die­se Kam­pa­gne gegen Kunst, sie ist anti­se­mi­tisch, das hat der Bun­des­tag nach­drück­lich erklärt: Wer boy­kot­tiert, will brand­mar­ken. Dage­gen gilt: Wer die Kunst fei­ert, will Frei­heit, wer die Frei­heit fei­ert, will Kunst. Den­noch hält die anti­se­mi­ti­sche Kam­pa­gne an. Heu­te hat das Blog Ruhr­ba­ro­ne berich­tet, die STADT DORTMUND wol­le ihren nach Nel­ly Sachs benann­ten Kunst­preis an eine Kunst-Boy­kot­teu­se ver­lei­hen, an die beken­nen­de BDS-Akti­vis­tin Kami­la Sham­sie. Es ist erst weni­ge Mona­te her, dass die Stadt  in einer „Grund­satz­er­klä­rung gegen Anti­se­mi­tis­mus“ erklärt hat,

„dass Orga­ni­sa­tio­nen, Ver­ei­nen und Per­so­nen, die etwa den Holo­caust leug­nen oder rela­ti­vie­ren, die Exis­tenz Isra­els als jüdi­schen Staat dele­gi­ti­mie­ren, zu anti­jü­di­schen oder anti­is­rae­li­schen Boy­kot­ten auf­ru­fen, die­se unter­stüt­zen oder ent­spre­chen­de Pro­pa­gan­da ver­brei­ten (z. B.die Kam­pa­gne „Boy­cott – Dive­st­ment – Sanc­tions [BDS]“) oder die ander­wei­tig anti­se­mi­tisch agie­ren, kei­ne Räum­lich­kei­ten oder Flä­chen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den“.

Kei­ne Räum­lich­kei­ten, kei­ne Flä­chen, aber einen mit 15 000 € dotier­ten Preis? Der den Namen von Nel­ly Sachs trägt, die 1966, 18 Jah­re nach Grün­dung des Staa­tes Isra­els, den Lite­ra­tur-Nobel­preis dafür erhal­ten hat, dass sie „das Schick­sal Isra­els mit ergrei­fen­der Stär­ke“ inter­pre­tiert hat? Es bleibt nichts ande­res, die Stadt muss die Ent­schei­dung der Jury kas­sie­ren. Bes­ser heu­te als mor­gen.

Und dann am Sonn­tag fei­ern wir, was zusam­men gehört, die Frei­heit und die Kunst. Hier alle Infos!


FESTIVAL FÜR DIE FREIHEIT DER KUNST

14:00 h

Gabrie­la Schä­fer | Bür­ger­meis­te­rin der Stadt Bochum
Sabi­ne Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger | Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­te NRW
Diet­mar Kös­ter | MdeP

15:30 h

Klas­sik Duo Wei­mar & Liri Doll | Klez­mer, Klas­sik und israe­li­sche Lie­der

16:30 h

Michae­la Engel­mei­er | Mac­ca­bi Deutsch­land

17:00 h

Joel & Kris­ti­na | Schot­ti­sche Musik
Gaby Spronz | Was ist BDS?

18:00 h

Vol­ker Beck

18:30 h

Vla­di­mir Mogi­levs­ky

19:30 h

Klas­sik Duo Wei­mar & Liri Doll

20:00 h

Alex­an­der Zolotarev, Ele­na Gapo­nen­ko | Jüdi­sche Kom­po­nis­ten der Klas­sik

(Alle Zeit­an­ga­ben ohne Pau­sen)


» Sonn­tag 15. Sep­tem­ber 2019 | ab 14 Uhr
» VVK 16 € 
» Tickets in allen VVK-Shops bun­des­weit oder direkt hier bei uns (hier kli­cken)
» Wei­te­re Infos unter: JÜDISCHE KULTURINITIATIVE

Der Erlös des Fes­ti­vals geht an ISRAEL TRAUMA COALITION zuguns­ten der Opfer des Ter­rors gegen Isra­el