Denkmal der Grauen Busse (Detail) by Markus Trienke (cc)

[thw] Ein Virus tut, was Nazis aller Länder gerne täten: Er rafft hinweg, was ihnen als unnütz gilt, als schwach und anfällig, als „lebensunwert“. Als liefe ein globales Euthanasieprogramm ab. Und die Welt? Sie tut, was Nazis aller Länder nicht gern haben, sie lehnt sich gegen deren Logik auf, dagegen, dass es „Ballast-Existenzen“ geben könnte. Sie tut dies mit größter Selbstverständlichkeit und bei allem Zaudern ohne Zögern. Nirgends  –  fast, es gibt Ausnahmen wie diese intellektuell verwahrloste Meike Lobo* und ein paar weitere Gernegroßfaschisten  –  nirgends eine rechte Bewegung, die sagte, lass den Virus machen. Die Ablehnung  –  und das ist ja eine gesellschaftlich getroffene Entscheidung  –  ist so breit, so selbstverständlich, so ohne jede politische Alternative, dass diese Entscheidung kaum mehr vor Augen tritt. In all dem Leid, das Corona schafft, ist dies ein schöner, ein menschheitlicher Moment.

Hoffen wir, dass er anhält, wenn Corona vorüber ist. Und wir dann  –  nur als Beispiel  –  über Hilfe für Italien anders reden als neulich über die für Griechenland. Anders reden auch über Kapitalismus: Dass Autowerke schließen, damit wir Alten helfen, und Schwerindustrie, damit die Schwachen leben, dergleichen war vor kurzem unvorstellbar, plötzlich ist es so. Kapitalismus  –  nach Marx ist das Kapital ja nichts, was sich greifen ließe und erst recht kein Block, sondern eine Bewegung, die alle Bereiche einer Gesellschaft durchgreift, auch die Refugien der Kritik  –  dieser Kapitalismus, so neoliberal und gierig er sein mag, setzt Mitgefühl frei in einem immensen Maß.

Ein Gefühl, das sich früher Erbarmen nannte. Sich zu erbarmen ist ein interesseloser Impuls, man gibt ihm nach, weil sich das eigene Herz zerschneidet.

Denkmal der Grauen Busse by Elke Wetzig (cc)

DIE FOTOS

Das “DENKMAL DER GRAUEN BUSSE” ist ein zweiteiliges Denkmal, das 2006 für die Opfer der Krankenmorde der nationalsozialistischen „Aktion T4“ (sogenannte „Euthanasie“) im Zentrum für Psychiatrie Weißenau (der ehemaligen „Heilanstalt Weißenau“) in Ravensburg errichtet wurde. Der Entwurf der Grauen Busse entstand von Horst Hoheisel und Andreas Knitz 2005 bei einem Wettbewerb.

Das Denkmal ist „als Transportmittel der Erinnerung“ an die Euthanasie-Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Es besteht aus zwei Betonbussen, Vorbild sind jene Omnibusse, die von der „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH“ (Gekrat) eingesetzt wurden und mit denen 1940 und 1941 allein 691 Patienten aus Weißenau als „lebensunwertes Leben“ in die Vernichtungsanstalt Grafeneck deportiert wurden.

Dem Denkmal ist das Zitat „Wohin bringt Ihr uns?“ eingeschrieben, es ist die überlieferte Frage eines Mannes, der wie Tausend andere Patienten von den Gekrat-Bussen abgeholt wurde. 1940 wurden in der Tötungsanstalt Grafeneck 10.654 Männer, Frauen und Kinder aus psychiatrischen Kliniken systematisch getötet. Insgesamt wurden in Deutschland im Rahmen der „Aktion T4“ mehr als 70.000 psychisch kranke sowie geistig und körperlich behinderte Menschen ermordet (Text: nach Wikipedia)

 


 

* Lobo, die twitternde Denke,

die von sich sagt, sie engagiere sich für Feminismus und gegen Rassismus, für die Zukunft und gegen Kapitalismus usw., sie zwitscherte:

„Wirklich erschüttternd fand ich jetzt bei Corona auch die allgemeine Empörug darüber, dass alte Menschen sterben. Einer der natürlichsten und für die Population gesündestens Vorgänge der Welt, das Sterben alter Individuen, wird plötzlich zu einer Ungeheuerlichkeit.“

Und kurz darauf:

„Die Überbevölkerung der Welt ist übrigens die nächste Müllschwemme. Die Menschen in 100 Jahren werden sich fragen, wie wir es so weit haben kommen lassen. Wir wir nur alles daran gesetzt haben, dass immer alle überleben, obwohl heute schon die Kapazitätsgrenze absehbar war.“

Später nahm sie  –  mittelprominent, weil prominent verheiratet  –  diesen Original-Nazi-Dreck mit keinem Wort zurück, sondern flötete wiederum im Medium der Verkürzung:

„Ich habe verkürzt, wo ich nicht hätte verkürzen dürfen.“

Um dann keinen ihrer Gedanken zurückzunehmen, sondern sich einzig dafür zu entschuldigen, dass sie nicht vorhergesehen habe, „was meine Tweets auslösen“. Der Rest ihrer unfassbaren Tirade: ein Twitterlänge sprengendes Selbstmitleid darüber, was sie jetzt alles zu erleiden habe. Übelste Nummer.