Leise, stark, ein demokratischer Moment

597 Bochumer Namen: Prolog für die Beschlüsse im Rat

2020-02-08T18:54:45+01:00

Der Rat hat heute die Namen der 597 Bochumer, die von hier aus in den Tod deportiert wurden, gelesen und gehört. In konzentrierter Ruhe. So begann die Sitzung, in der es um Entlastungstarife, Fallpauschalen und Wettbewerbsverfahren ging. Was so ein Prolog  -  597 Bochumer Namen, darunter Familien mit vier Mitgliedern, mit fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf … anschließend Bebauungspläne  - was so ein Prolog bedeutet: Verlässlichkeit. Die Bereitschaft, eigenes Tun und Entscheiden zu verantworten. Nicht „vor der Geschichte“, das kann niemand, sondern vor sich selbst. Das heute im Bochumer Rat war leise, war stark, ein demokratischer Moment. Demokratie tut sich seit jeher schwer damit, zivilreligiöse Momente aus sich selber heraus freizusetzen, dies war einer.

2020-02-08T18:54:45+01:00

Wir haben uns selber deportiert

Der Rat der Stadt liest die Namen der Bürger, die von Bochum aus in den Tod geschickt worden sind

2020-02-03T15:21:06+01:00

597 Namen. Es sind die Namen von Bochumer Bürgern, 318 Frauen und 279 Männer, darunter 74 Kinder und Jugendliche.* Sie wurden, weil sie jüdische Bochumer waren, zwischen 1942 und 1944 aus Bochum verschleppt und in den Ghettos und Lagern der Nazis ermordet  –  in Auschwitz, Bergen-Belsen und Buchenwald, in Chelmo, Dachau und Lodz, in Majdanek, Mauthausen und Minsk, in Riga, Sobibor und Zamosc. 75 Jahre nach der Befreiung der Lager erinnert der Rat der Stadt an das, was Bochumer Bürgern von Bochumer Bürgern angetan worden ist: Die kommende Ratssitzung, teilte die Stadt jetzt mit, werde damit eröffnet, dass der Rat die 597 Namen der ermordeten Bürger Bochums liest und hört. An dem Ort, der Bochums Bürgerschaft heute repräsentiert. Wir hatten eine solche Lesung im vergangenen Jahr vorgeschlagen, als die Namen Weiterlesen  […]

2020-02-03T15:21:06+01:00

Was alles an Gefühlen durch die Straßen klingt

Dirk Maassen | 7. Februar

2020-02-08T18:34:35+01:00

In Deutschland gibt es wohl 8 Millionen Klaviere. Wenn man sich einmal vorstellt, was alles  –  nach Feierabend und in die Nachtstunden hinein  –  an Empfinden in unsere Welt hinein gespielt wird, was da an Gefühlen durch die Straßen klingt, in denen wir wohnen, und durch die Nächte, in denen wir träumen … Dirk Maassen ist Computerspezialist, […]

2020-02-08T18:34:35+01:00

Punk-Katze und Pop-Fliege

“Eule findet den Beat” | 1. Februar

2020-01-25T14:06:45+01:00

Für Kinder und Nichtmehr-Kinder und Schonwieder-Kinder: Die kleine Eule lernt und lernt, ohne dass sie beschult werden müsste, am Ende weiß sie jede Menge über Musik und über die Faszination, die sich darin verbirgt. Weil die Musik in diesem Musiktheater keine Jetzt-klatschen-alle-in-die-Hände-Musik ist, sondern gut. Richtig gut. Hier alle Infos.

2020-01-25T14:06:45+01:00

Penguin Café

urban urtyp spezial am 17. Januar

2020-01-18T02:19:25+01:00

"Hätte gerne zwei Tickets für die Pinguine ... fühle mich da sehr artverwandt." Mail ging an uns, weiter: "Sammle alles seit über dreißig Jahren, wohl etwas archetypisches." In der Tat, aber auch etwas, das einen Hauch Freiheit verspricht. "Der Sammler träumt sich nicht nur in eine feme oder vergangene Welt", schrieb Walter Benjamin im Passagen-Werk, "sondern zugleich in eine bessere, in der (...) die Dinge von der Fron frei sind, nützlich zu sein." Zweckfreie Freude: gilt fürs Sammeln, gilt fürs Hören, hier alle Infos zum Konzert des Penguin Café.

2020-01-18T02:19:25+01:00

Gioras Geschenk

Giora Feidmans “Klezmer for Peace” | 11. Januar

2020-01-15T22:05:24+01:00

Musiker aus Israel und der Türkei, zwei Gesellschaften, die sich schwer auseinander gelebt haben. Giora Feidman ist, ungekrönt und unbestritten, der King of Klezmer, seine Vision: dass Klezmer-Musik zurück finde in einen Kontext, in dem sie nicht zu Hause ist. Weil Klezmer eben da zu Hause ist: im Nicht-Identischen. Klezmer for Peace ist Feidmans Vermächtnis an unsere Zukunft. Hier alle Infos zum Konzert.

2020-01-15T22:05:24+01:00

Welche Musik sich aus der Stille schält

Penguin Café | urban urtyp spezial | 17. Januar

„Es gibt Orte, die ich gefühlsmäßig mit Kreativität verbinde, Orte, an denen endlose Weiten und Leere, verbunden mit einem Gefühl von Schönheit und Zeitlosigkeit den idealen Rahmen bilden, um darin etwas zu erschaffen.“ Arthur Jeffes sitzt in der Antarktis wie vor dem weißen Blatt Papier, dem leeren, und horcht darauf, welche Musik sich aus der Stille schält. Die Welt der Pinguine schmilzt, das Penguin Café Orchestra ist legendär: Arthur ist der Sohn des PCO-Maestro , er hört. Alle .
2020-01-18T02:19:57+01:00

Böllern & Orgeln

Orgelkonzert zur Silvesternacht

2019-12-26T11:15:57+01:00

Böllern ist schon okay. Kein Mensch glaubt mehr an böse Geister außer an die, die man selber vertrieben hat. Aus eben diesem Grund ist die Orgel das Pendant zum Böller. Jedenfalls, wenn man Herder folgt, Johann Gottfried, er glaubte, als er die Orgel mit ihrer Windlade hörte: "... die Lüfte rauschen. Hört, / Jehovah kommt! Er kommt! sein Donner ruft!" Wo georgelt werde, so Herder  -  der Mann war immerhin Superintendent  -  passierten erstaunliche Dinge, „stürzen Graber! Horch, / die Toten regen sich!“ Also: Böllern vertreibt die bösen Geister, Orgeln weckt die Toten auf, beides stimmt nicht, beides gewinnt seinen Sinn aus irdischen Lüsten. Mit dem Unterschied, dass eine Schuke-Orgel tausendmal schöner klingt als sagen wir eine "Cluster-70-Schuss-Feuerwerk-Batterie", nämlich  -  nochmal Herder  -  wie ein "vielarmger Strom / Der uns ergreift und in das weite Meer / Der [...]

2019-12-26T11:15:57+01:00

“Ihm reicht ein Augenaufschlag”

Herman van Veen, Edith Leerkes

"Er nimmt seine Sache ernst. Sich selber nicht. Das macht ihn ungeheuer sympathisch." Schrieb die WAZ über das Konzert, das Herman van Veen und Edith Leerkes im Dezember 2007 bei uns gegeben haben: "Er braucht keine Requisiten. Ihm reicht eine Kunstpause, ein Schmunzeln, ein Augenaufschlag." Die Ruhr Nachrichten damals titelten fröhlich: "Pipi-Pause nach 'Stiller Nacht'". Jetzt, 12 Jahre später, .  //  , Einlass ab 19 Uhr.
2019-12-22T17:22:40+01:00

andere über uns (II)

JM Welke über Deine Lakaien

JÖRG MARIA WELKE im Feuilleton des MEDIENHAUSES BAUER: "Intim und ohne Elektronik. Das deutsche Ausnahme-Duo Deine Lakaien überzeugt mit seinem Akustik-Konzert in der Bochumer Christuskirche. | Bochum. Klassisch ausgebildeter Dirigent, Pianist, Komponist und Kapellmeister der eine. Theater/Filmwissenschaftler, Gothic-/Dark-Wave-Fan und mit einer überwältigenden Naturstimme gesegnet der andere. Ernst Horn, der vom klassischen Musikbetrieb Gelangweilte, lernte den rastlosen Studenten Alexander Veljanov per Inserat kennen. Horn suchte einen experimentierfreudigen Sänger für ein Bandprojekt, das seine Vorliebe für elektronische Musik mit seinen klassischen Wurzeln vereinen sollte. Es klickte auf Anhieb – seit 1985 sind Veljanov und Horn Deine Lakaien. Was sie gemeinsam mit vielen hochkarätigen Gastmusikern in knapp 35 Jahren geschaffen haben, ist ohnegleichen und kann ohne Übertreibung jetzt schon als großes Vermächtnis der Musikgeschichte bezeichnet werden. Die Tonsprache der Lakaien ist ein homogener Mix aus Pop, klassischer und elektronischer Avantgarde, aus dezenten Mittelalter-, Folkund dunkel dräuenden Goth-Elementen. Die von beiden verfassten eindringlichen Texte sind melancholisch verschattete Momentaufnahmen aus mal lebenstrunkenen, mal abgründig verkarsteten Seelenlandschaften. Fangemeinde ist schlicht überwältigt Das alles ist herrlich komplex und verführerisch einschmeichelnd zugleich. Und es funktioniert auf verblüffende Weise auch ganz reduziert: Ein präparierter Flügel und eine Stimme genügen, um den ganzen magischen Lakaien-Kosmos heraufzubeschwören. So geschehen am Mittwochabend vor einem hoch konzentrierten Publikum in der Bochumer Christuskirche, diesem immer wieder beeindruckend atmosphärischen Spielort.Dort gastierten die Lakaien im Rahmen ihrer Acoustica- Tournee gemeinsam mit zwei musikalischen Ablegern. Horn betreibt seit 2001 gemeinsam mit der Sopranistin Sabine Lutzenberger das Studioprojekt Helium Vola, in dem sie Mittelalter-Lyrik mit tanzflächenorientierten Electronic-Sounds verknüpfen. Sie eröffneten das Mini-Festival mit einer knapp dreiviertelstündigen Songfolge, die einen repräsentativen Querschnitt ihres Oeuvres bot. Dank des von Horn fantasievoll präparierten, mit perkussiver und rhythmischer Energie gespielten Flügels gelang die instrumentale Rückführung auf die rein akustische Ebene ganz famos. Das Set endete mit einem Duett von Lutzenberger und Veljanov, das elegant zum etwa gleichlangen Auftritt Veljanovs mit Songs aus seiner parallel laufenden Solokarriere überleitete. Dem Britpop zugewandtes Songwriting verschmolz mit einfühlsam in den Raum entlassenen Klavier- und Gitarrenklängen (Igor Zotik und Goran Trajkoski), die Veljanovs ungemein flexiblen Bass-Bariton in elysische Gefilde trugen. Mit gleicher, weißglühender Intensität dann nach der Pause Deine Lakaien. Wer schon immer wissen wollte, was ein Flügel in puncto Klangerzeugung zu leisten vermag, wurde bei diesem gemeinsamen Streifzug Horns und Veljanovs durch drei Jahrzehnte Bandgeschichte aufs Vortrefflichste belehrt. Elf starke Titel, drei Zugaben, Hunderte überwältigte Fans: Ein großartiger Konzertabend!"
2019-12-22T17:26:58+01:00

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