Birth of Violence

Chelsea Wolfe | ausverkauft

2020-03-01T19:23:35+01:00

Stammt aus Kalifornien, sonnig ist ihre Musik nicht. War früher eher Neo-Folk mit rohem Vintage-Flair, ging über in düsteren Experimental-Sound, näherte sich dem Doom, wich Gothic aus, hielt eine eigene Spur, sie führt zu uns. Düster? Wird es nicht. Allein weil sie eine solche Frage stellt  -  Woher kommt die Gewalt und die Lust an ihr?  -  und eine Antwort sucht, schon deshalb klart es auf. Als falle ein Lichtstrahl auf einen Kulturbetrieb, der sich entschieden Anti-AfD gibt, dies aber  -  siehe „Erklärung der Vielen“, wir haben da nicht unterschrieben  -   dies aber nur pathetisch proklamiert, anstatt es künstlerisch zu formen. Gegen Rechts hilft keine Erklärung, wohl aber Empfindung, lat. Ästhetik.

Leise, stark, ein demokratischer Moment

597 Bochumer Namen: Prolog für die Beschlüsse im Rat

2020-02-08T18:54:45+01:00

Der Rat hat heute die Namen der 597 Bochumer, die von hier aus in den Tod deportiert wurden, gelesen und gehört. In konzentrierter Ruhe. So begann die Sitzung, in der es um Entlastungstarife, Fallpauschalen und Wettbewerbsverfahren ging. Was so ein Prolog  -  597 Bochumer Namen, darunter Familien mit vier Mitgliedern, mit fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf … anschließend Bebauungspläne  - was so ein Prolog bedeutet: Verlässlichkeit. Die Bereitschaft, eigenes Tun und Entscheiden zu verantworten. Nicht „vor der Geschichte“, das kann niemand, sondern vor sich selbst. Das heute im Bochumer Rat war leise, war stark, ein demokratischer Moment. Demokratie tut sich seit jeher schwer damit, zivilreligiöse Momente aus sich selber heraus freizusetzen, dies war einer.

Wir haben uns selber deportiert

Der Rat der Stadt liest die Namen der Bürger, die von Bochum aus in den Tod geschickt worden sind

2020-02-03T15:21:06+01:00

597 Namen. Es sind die Namen von Bochumer Bürgern, 318 Frauen und 279 Männer, darunter 74 Kinder und Jugendliche.* Sie wurden, weil sie jüdische Bochumer waren, zwischen 1942 und 1944 aus Bochum verschleppt und in den Ghettos und Lagern der Nazis ermordet  –  in Auschwitz, Bergen-Belsen und Buchenwald, in Chelmo, Dachau und Lodz, in Majdanek, Mauthausen und Minsk, in Riga, Sobibor und Zamosc. 75 Jahre nach der Befreiung der Lager erinnert der Rat der Stadt an das, was Bochumer Bürgern von Bochumer Bürgern angetan worden ist: Die kommende Ratssitzung, teilte die Stadt jetzt mit, werde damit eröffnet, dass der Rat die 597 Namen der ermordeten Bürger Bochums liest und hört. An dem Ort, der Bochums Bürgerschaft heute repräsentiert. Wir hatten eine solche Lesung im vergangenen Jahr vorgeschlagen, als die Namen Weiterlesen  […]

Penguin Café

urban urtyp spezial am 17. Januar

2020-01-18T02:19:25+01:00

"Hätte gerne zwei Tickets für die Pinguine ... fühle mich da sehr artverwandt." Mail ging an uns, weiter: "Sammle alles seit über dreißig Jahren, wohl etwas archetypisches." In der Tat, aber auch etwas, das einen Hauch Freiheit verspricht. "Der Sammler träumt sich nicht nur in eine feme oder vergangene Welt", schrieb Walter Benjamin im Passagen-Werk, "sondern zugleich in eine bessere, in der (...) die Dinge von der Fron frei sind, nützlich zu sein." Zweckfreie Freude: gilt fürs Sammeln, gilt fürs Hören, hier alle Infos zum Konzert des Penguin Café.

Gioras Geschenk

Giora Feidmans “Klezmer for Peace” | 11. Januar

2020-01-15T22:05:24+01:00

Musiker aus Israel und der Türkei, zwei Gesellschaften, die sich schwer auseinander gelebt haben. Giora Feidman ist, ungekrönt und unbestritten, der King of Klezmer, seine Vision: dass Klezmer-Musik zurück finde in einen Kontext, in dem sie nicht zu Hause ist. Weil Klezmer eben da zu Hause ist: im Nicht-Identischen. Klezmer for Peace ist Feidmans Vermächtnis an unsere Zukunft. Hier alle Infos zum Konzert.

Welche Musik sich aus der Stille schält

Penguin Café | urban urtyp spezial | 17. Januar

„Es gibt Orte, die ich gefühlsmäßig mit Kreativität verbinde, Orte, an denen endlose Weiten und Leere, verbunden mit einem Gefühl von Schönheit und Zeitlosigkeit den idealen Rahmen bilden, um darin etwas zu erschaffen.“ Arthur Jeffes sitzt in der Antarktis wie vor dem weißen Blatt Papier, dem leeren, und horcht darauf, welche Musik sich aus der Stille schält. Die Welt der Pinguine schmilzt, das Penguin Café Orchestra ist legendär: Arthur ist der Sohn des PCO-Maestro , er hört. Alle .

Böllern & Orgeln

Orgelkonzert zur Silvesternacht

2019-12-26T11:15:57+01:00

Böllern ist schon okay. Kein Mensch glaubt mehr an böse Geister außer an die, die man selber vertrieben hat. Aus eben diesem Grund ist die Orgel das Pendant zum Böller. Jedenfalls, wenn man Herder folgt, Johann Gottfried, er glaubte, als er die Orgel mit ihrer Windlade hörte: "... die Lüfte rauschen. Hört, / Jehovah kommt! Er kommt! sein Donner ruft!" Wo georgelt werde, so Herder  -  der Mann war immerhin Superintendent  -  passierten erstaunliche Dinge, „stürzen Graber! Horch, / die Toten regen sich!“ Also: Böllern vertreibt die bösen Geister, Orgeln weckt die Toten auf, beides stimmt nicht, beides gewinnt seinen Sinn aus irdischen Lüsten. Mit dem Unterschied, dass eine Schuke-Orgel tausendmal schöner klingt als sagen wir eine "Cluster-70-Schuss-Feuerwerk-Batterie", nämlich  -  nochmal Herder  -  wie ein "vielarmger Strom / Der uns ergreift und in das weite Meer / Der [...]

“Ihm reicht ein Augenaufschlag”

Herman van Veen, Edith Leerkes

"Er nimmt seine Sache ernst. Sich selber nicht. Das macht ihn ungeheuer sympathisch." Schrieb die WAZ über das Konzert, das Herman van Veen und Edith Leerkes im Dezember 2007 bei uns gegeben haben: "Er braucht keine Requisiten. Ihm reicht eine Kunstpause, ein Schmunzeln, ein Augenaufschlag." Die Ruhr Nachrichten damals titelten fröhlich: "Pipi-Pause nach 'Stiller Nacht'". Jetzt, 12 Jahre später, .  //  , Einlass ab 19 Uhr.

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