Lade Veranstaltungen
Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Passantin am 11. September 2015 auf dem Platz des europäischen Versprechens by Ayla Wessel, Kulturagentüer (c)

Die Glocken der Christuskirche läuten nur einmal im Jahr, immer am 11. September von 14:46 h bis 15:03 h. An diesem Tag vor 19 Jahren geschah etwas, das nie zuvor geschehen ist: Die Welt war in Mitgefühl vereint. In einem Empfinden, das alle, die ein Herz in sich tragen, einander verband, wo immer sie auf dem Erdball leben. Als hätte die Menschheit für einen Moment die Augen aufgeschlagen.

In allem Entsetzen war dies ein Moment von großer Schönheit, er ging vorüber. Dass Menschen weltweit Solidarität miteinander empfinden  –  und dass dieses Gefühl nicht gepredigt und nicht gefordert, sondern empfunden wird, als hätte man es empfangen  – ,  diese Erfahrung hat sich verflüchtigt. Schlimmer noch, heute wird Terrorismus gerne wieder verklärt, siehe den  “Flirt mit dem Terror. Beitrag zur Debatte über Achille Mbembe” hier auf der Seite der Christuskirche.

Seit 2018 gibt es immrhin einen Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Terrorismus. Es ist ein wichtiger Schritt: dass wir die Perspektive wechseln, interessant sind nicht die Täter, wer etwas zu sagen hat, sind die Opfer, die Überlebenden, die Angehörigen.

Turm der Christuskirche Bochum by Ayla Wessel, Kulturagentüer (c)

Als der Internatinale Tag gegen Terrorismus erstmals begangen wurde, am 21. August 2018, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres:

“Terrorismus ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und eine ernste Bedrohung für internationalen Frieden und Sicherheit. Von Tadschikistan bis Großbritannien, von Bagdad bis Barcelona, diese skrupellosen Angriffe haben uns alle erschüttert. Kein Land kann sich als immun betrachten; nahezu jede Nationalität der Welt fällt terroristischen Angriffen zum Opfer.

Die Vereinten Nationen werden selber regelmäßig zum Ziel. 22 Menschen verloren ihr Leben bei dem Anschlag auf das Hauptquartier der Mission der Vereinten Nationen im Irak vor genau 15 Jahren. Einige unserer Friedenssicherungsmissionen sind unter konstanter Bedrohung.

Aber nach terroristischen Angriffen hören wir wenig über jene, die getötet und verletzt wurden; die normalen Mädchen und Jungen, Frauen und Männern, die ihren täglichen Geschäften nachgingen, als ihre Leben beendet oder für immer verändert wurden. Wir hören wenig von überlebenden Familien, Freunden und Gemeinschaften, die lernen müssen, ihr ganzes Leben lang mit der Last des Terrors umzugehen.

Heute erinnert uns der Internationale Tag des Gedenkens und Tributs an die Opfer des Terrorismus daran, innezuhalten und den Opfern und Überlebenden zuzuhören, ihren Stimmen Gehör zu verschaffen und anzuerkennen, welchen Einfluss der Terrorismus auf ihr Leben hat.

Wir alle können von ihren Erfahrungen lernen. Gemeinschaften aus der ganzen Welt zeigen ihren Widerstand als Antwort auf terroristische Anschläge. Sie widersetzen sich Terrorismus und gewalttätigem Extremismus in ihrem Alltag, in ihrer Schule, auf Märkten und am Arbeitsplatz. (…)  Wenn wir die Opfer und Überlebenden von Terrorismus in den Mittelpunkt stellen, ihren Stimmen zuhören, ihre Rechte respektieren und Ihnen Unterstützung und Gerechtigkeit geben, dann ehren wir unsere Gemeinsamkeiten.”

11. September 2001, New York: Einschlag des zweiten Flugzeugs in WTC 2 | (cc) by Hans Joachim Dudeck

Es wäre ein Schritt, der Weg ist weit. Terror polizeilich und militärisch zu bekämpfen, ist nötig, aber, so Matthias Küntzel auf welt.de, das alles greife zu kurz,  

„solange dies eine nicht gelingt: die Kriegsform des Selbstmordattentats als ein Verbrechen gegen die Menschheit so zu ächten, wie man einst den Einsatz der ABC-Waffen geächtet hat.“

Ächten bedeutet: etwas tun. Den Terror nicht nur maximal ignorieren und vergleichgültigen, ächten heißt:

„Wir verweigern dem Terror jede Rechtfertigung, jede Solidarität, jede Unterstützung.“

Ein paar Tausend Bürger dieser Stadt haben dies seit Ende 2015 erklärt, die BOCHUMER ERKLÄRUNG beginnt mit einem kategorischen Satz:

 „Terror und Demokratie schließen sich gegenseitig aus.“

Deshalb läuten die Glocken der Christuskirche an jedem 11. September, dem Jahrestag der Terror-Attacken auf New York. Vor 19 Jahren sind in eben diesen Minuten  —  14:46 und 15:03  —  zwei von Terroristen entführte Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers gelenkt worden. Der Terror-Pilot eines vierten entführten Flugzeugs, Ziad Jarrah, war Bochumer, er allein hat 40 Menschen ermordet, sie starben auf einem Feld in Shanksville / Pennsylvania.

 

 

» BOCHUMER ERKLÄRUNG: Wir ächten den Terror!

» Eine Aufnahme des Geläuts [Ton und Bild] hier.

Die 5 Glocken, 1959 im Bochumer Verein gegossen, sind mit 6,2 Tonnen Gesamtgewicht zu schwer für den seit dem Weltkrieg freistehenden Turm. Das volle Geläut gilt unter Insidern als eines der wenigen wohlklingenden Stahlgeläute.

» Hier geht es zur auch transatlantischen Geschichte der Christuskirche

 

NEWSLETTER ABONNIEREN

KONTAKT

Christuskirche Bochum
Kirche der Kulturen
Platz des euro­päi­schen Versprechens
44787 Bochum