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ChorWerk Ruhr in der Christuskirche | (c) Sabine Michalak

ChorWerk Ruhr in der Christuskirche | (c) Sabine Michalak

Johann Sebastian Bach in seiner hervorragendsten Eigenschaft: als Tonsetzer eines protestantischen Kirchenliedes. „Jesu, meine Freude“ (BWV 227) ist eines seiner berühmtesten Werke, mit souveräner Kompositionskunst führt er die Motette in jeder einzelnen Liedstrophe zu individueller Aussagekraft. Bach ist Exeget, die Römerbrief-Theologie des Apostels Paulus  –  durch Martin Luthers kraftvolle Sprache farbenreich interpretiert  –  erfährt in Bachs Musik eine nuancierte Kontur hin zu einer Wirkmächtigkeit, die bis heute ihresgleichen sucht.

Und dann  –  die Klangwelt der Steine. Geronnenes Leben, das Ondrej Adamek erhört. Der tschechische Komponist und Dirigent, 1979 geboren, zählt unter den jungen Komponisten zu den gefragtesten: Uraufführungen beim Luzern-Festival 2008 durch Pierre Boulez sowie 2014 für die Donaueschinger Musiktage zeigen dies. „Steinar“   –  „Steine“  –  heißt eines seiner Werke: Ursprünglich mit sechs Vokalisten besetzt und als Auftragswerk der Wittener Tage für neue Kammermusik 2015 komponiert, erklingt es nun in chorischer Fassung, und das heißt:

Die Sängerinnen und Sänger agieren zugleich als Percussionisten an eher ungewöhnlichen Materialien: Kieselsteinen, Kazoos, Wah-Wah-Tubes. Die Grenzen zwischen Gesang und Geräusch, Vokalem und Instrumentalem zerfließen. Auch das Vokale selbst wechselt zwischen gesungenen Melodien, artikulierten Phonemen und Sprechen, aber auch jazziger und opernhafter Stimmgebung. Adámek interessiert sich für das gesamte Klangfarbenspektrum des Vokalen, das er mit der Original-Lyrik des isländischen Dichters Sjón in semantische Beziehung setzt  –  einer rätselhaften Szene zwischen spielerischem Steinwurf und brutaler Steinigung.

Brutal der Tod am Kreuz, ein Staatsmorden, das Tage dauern kann. Unter dem Kreuz Jesu seine Mutter Maria: „Stabat mater dolorosa“ ist ein mittelalterliches Gedicht, wohl im 13. Jahrhundert geschrieben, es hat zahlreiche Komponisten zu ergreifenden Vertonungen angeregt. Die Version von Domenico Scarlatti, dem Zeitgenossen Bachs, gehört zu den weniger bekannten, ist aber eine der eindrucksvollsten. Ungewöhnlich ist die zehnstimmige Anlage des lediglich continuo-begleiteten Vokalsatzes: Sie ermöglicht Scarlatti eine ungeheuer dichte polyphone Kompositionsweise, reich an harmonischen Spannungen und Verdichtungen, die den Text tragen, ihn fühlbar machen.


CWR 94

JOHANN SEBASTIAN BACH | 1685-1750
_ Jesu, meine Freude | Motette für fünfstimmigen Chor BWV 227 | 20‘

ONDREJ ADAMEK | *1979
_ Steinar für 24 Sängerinnen und Sänger mit Instrumenten | 25‘

DOMENICO SCARLATTI | 1685-1757
_ Stabat Mater für zehnstimmigen Chor | 30‘

Mit

Björn Colell | Laute
Günter Holzhausen | Violone
Christoph Anselm Noll | Orgel
ChorWerk Ruhr
Florian Helgath | Leitung

Tickets

22 Euro | 1/2 Preis für alle bis 25 Jahre | jeweils zzgl. Gebühren
Tickets gibt es hier (klicken) sowie in allen besseren VVK-Stellen.

Florian Helgath | Dirigent

Künstlerischer Leiter von ChorWerk Ruhr seit 2011. Erste musikalische Erfahrungen in seiner Heimatstadt bei den Regensburger Domspatzen und später an der Hochschule für Musik und Theater in München. Internationale Erfolge als Finalist und Preisträger bei Wettbewerben wie dem Eric Ericson Award 2006 in Schweden sowie bei der Competition For Young Choral Conductors 2007 in Budapest. 2009 bis 2014 Leiter des Dänischen Rundfunkchors als Chorus Master. Dirigent des Via Nova Chor München mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer Chormusik: Seit 2008 hat er mit diesem Ensemble zahlreiche Uraufführungen dirigiert und wurde mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

Regelmäßig zu Gast beim SWR Vokalensemble, beim RIAS Kammerchor, beim Chor des Bayerischen Rundfunks, dem MDR Rundfunkchor, dem Choer de Radio France. Helgath arbeitet mit den Bochumer Symphonikern, dem Münchener Rundfunkorchester, dem Danish Chamber Orchestra, den Münchner Symphonikern, der Akademie für Alte Musik Berlin, Concerto Köln sowie dem Ensemble Resonanz aus Hamburg zusammen. Einstudierungen und Assistenzen übernahm er unter anderem für Herbert Blomstedt, Kent Nagano, Rafael Frühbeck de Burgos und Christian Thielemann.

ChorWerk Ruhr

1999 gegründet, ein professionelles und flexibel agierendes Vokalensemble. Sein Repertoire reicht von der abendländischen Ein- und Mehrstimmigkeit bis zu großen oratorischen Werken. Mit Florian Helgath als Dirigenten legt der Chor einen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, neue Chormusik in Bezug auf traditionelle Musikformen zu beleuchten und sie vor dem Hintergrund der reichen Musikgeschichte neu wirken zu lassen.

Seit Gründung des Chors fanden Konzerte mit Musik aus allen Epochen bis zur Gegenwart statt in Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten wie Sylvain Cambreling, Reinhard Goebel, Robin Gritton, Susanna Mälkki, Kent Nagano, Peter Neumann, Emilio Pomàrico, Peter Rundel, Marcus Stenz, Bruno Weil und Hans Zender. Konzerte mit renommierten Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, Concerto Köln, Ensemble Resonanz, l’arte dell mondo, dem Ensemble Musikfabrik, dem Schönberg Ensemble Amsterdam, dem Ensemble Modern, der Jungen Deutschen Philharmonie, den Bochumer Symphonikern, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Häufige Aufnahmen durch WDR und DLF und Teilnahme an nationalen wie internationalen Musikfestivals. Enge Kooperation mit der Ruhrtriennale.


 

Eine ChorWerk Ruhr Produktion in Kooperation mit Christuskirche Bochum und Kulturbüro Bochum.

Die Zusammenarbeit von Christuskirche Bochum und ChorWerk Ruhr geht auf das Jahr 2001 zurück. 2013 trat das Kulturbüro der Stadt der Kooperation bei. Gemeinsames Ziel: dem Elite-Chor eine HörHeimat im Ruhrgebiet schaffen.

ChorWerk Ruhr selber ist ein Projekt der Kultur Ruhr GmbH, gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

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44787 Bochum