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Faun 2019 in der Christuskirche (c)

“Pagan-Folk” wird ihre Musik gerne genannt und nennen sie sie auch selber. Dazu ist hier einmal sehr grundsätzlich zu sagen: Es ist erstens schöne Musik und zweitens falsch.

Schön, sehr schön ist sie, weil alles handgemacht: Die Harfe kommt nicht vom Band, die Laute nicht aus dem Computer, die eigenartig geformte Schlüsselfiedel kann man leibhaftig bestaunen und gleichzeitig zuschauen, wie aus Drehleier und Dudelsack  –  eigenartig gebildeten Geräten, denen man nicht unmittelbar ansehen kann, ob sie dazu da sind, eine Schmiede zu betreiben oder eine romantische Ballade  –  wie aus solchen Gerätschaften Töne erwachsen, die sich mit all den anderen zu einer fröhlich friedlichen Welt zusammen tun. Faun hören heißt zunächst einmal:

begreifen, dass Musik gepustet wird und nicht gepostet, dass sie gedreht wird und nicht geloopt, gepresst, nicht programmiert, gehaucht und nicht gehostet usw., Musik ist eine Weise, die Welt in sich einzuatmen und, in eigener Vollmacht, wieder aus. Und da sind dann eben Dinge beteiligt wie Zwerchfell und Zwischenrippenmuskeln, das hat mit Byte und Bits nichts mehr zu tun, Faun macht staunen.

 

Faun 2019 in der Christuskirche by Elke Bredenbruch (c)

Die Lieder, die so entstehen, sind durchscheinend wie Glaze, die Welt um einen herum sinkt Lied für Lied ins Traumhafte hinein, im Verkaufsjargon müsste man jetzt sofort von “mystisch” sprechen. Es ist das nicht, es ist nicht “mystisch”, sondern handfest, weil handgemacht: Niemand wird “entführt”  –  noch so ein im Musikverkaufsjargon beliebtes Wort  –  und erst recht wird niemand “mitgerissen”, wer Faun hört, bleibt auf den eigenen Beinen, geht seinen Hörweg entlang und lernt zu wandeln. Anstatt zu hopsen. Es ist schon, sehr schön.

Und falsch, wie eingangs gesagt, aber falsch ist nichts an der Musik, sondern an der Vorstellung, es handele sich bei ihr um “pagane” Musik. Als “pagan” wird gemeinhin bezeichnet, was “heidnisch” sei oder es gewesen sei, und gemeinhin wird dabei mitgedacht, es habe im Gegenüber zu “christlich” oder “monotheistisch” gestanden. Im Mittelalter aber, dessen Gefühlswelt Faun reinszeniert, waren solche Übergänge fließend. Wenn man dies mithört in dem Wort “pagan”, hört man es auch in der Musik von Faun und findet sich wieder in ihr …

… falls man ein Herz hat, das hören kann: Spätestens wenn Faun ein Liebesballade singen, findet niemand keinen Unterschied mehr, ob nun “pagan” oder “christlich” oder beides oder was immer, es ist ein Liebeslied, es ist schön, ist sehr schön und sehr wahr.  

 

Faun in der Christuskirche 2019 by Elke Bredenbruch (c)

FAUN  |  Acoustic Tour 2021
Fiona Frewert, Katja Moslehner, Sonja Drakulich, Oliver SaTyr Pade und Stephan Groth

» Donnerstag 15. April 2021 | 20 Uhr
» Einlass 19 Uhr
» VVK 33 € zzgl. Geb.
» Tickets direkt hier bei uns ordern (hier klicken) oder in allen VVK-Stellen bundesweit

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