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Grobschnitt | Acoustic Party

23. November, 20:00

Epi­pha­nie in Ammo­ni­um­chlo­rid­pul­ver: Grob­schnitt akus­tisch

Das hier erzählt sich nicht mal eben so, die­se Geschich­te geht weit zurück. Und dann noch wei­ter bis an den Beginn, das ist da, wo wer auf die Idee kam, dass man Töne arti­ku­lie­ren könn­te, und schon damals ging es  —  Wiki­pe­dia klärt auf  —  um „die gene­ti­sche Pro­gram­mie­rung über­grei­fen­den Sach­ver­hal­te“ wie etwa die „Wei­ter­ga­be und Wei­ter­füh­rung von Stein­werk­zeu­gen“, und so ging es wei­ter und wei­ter bis nach Hagen und du stehst auf der Roll­bahn und du weißt, Rem­scheid ist nicht weit.

Soweit die Chro­no­lo­gie ab ovo. Und jetzt pas­siert, was Äonen über unvor­stell­bar schien: Grob­schnitt kehrt zurück. Aus der Tie­fe der Geschich­te, die ihre eige­ne ist. Nein anders: Grob­schnitt taucht auf aus dem Nebel, den sie einst  —  Ammo­ni­um­chlo­rid­pul­ver! das war kurz nach den Stein­werk­zeu­gen  —  taucht auf aus dem Nebel, den sie sel­ber erfun­den haben, und sie­he da:  

Lupo.

Wil­li Wild­schwein.

Nuki, Wil­lis Sohn.

Es hat was von Epi­pha­nie, also ab in die Kir­che. Und das ist der nächs­te Schritt in der Kul­tur­ge­schich­te der Gat­tung Grob­schnitt, sie spie­len an einem Ort, der Grob­schnitts Musik mensch­heits­ge­schicht­lich ein­sor­tie­ren kann. „Grob­schnitt Acoustic Par­ty“? One small step for man, one giant leap for man­kind. Hin­ter­grund:

Die drei Musi­ker haben ihr Akus­tik-Pro­jekt zwei Jah­re lang vor­be­rei­tet, ohne das irgend­wer  —  selbst Grob­schnitt-Insi­der nicht  —  etwas davon mit­be­kom­men hät­ten. Klan­des­ti­ne Schöp­fung, getra­gen von dem Wunsch, noch ein­mal was zu machen, was es in der Geschich­te noch nicht gege­ben hat. Die Idee: die Grob­schnitt-Klas­si­ker unver­ne­belt, näm­lich in neu­en, rein akus­ti­schen Arran­ge­ments zu inter­pre­tie­ren. Die Songs her­aus­schä­len aus den Insze­nie­run­gen von einst und sie so spie­len, wie sie gespielt wor­den sein mögen, bevor der Urne­bel kam. Grob­schnitt akus­tisch.

3 Stun­den Songs. All die Klas­si­ker der Alben aus der Zeit von 1972 bis 1989, gehört und gefei­ert in einer Atmo­sphä­re, in der sich Mensch­heit zur Fami­lie formt. Kom­po­si­tio­nen, die noch nie oder nur sel­ten live gespielt wor­den sind, und dann aber  —  das ver­steht sich ja nun von selbst —  die bei­den Long-Tracks: „Solar Music“ und „Rockpommel’s Land“. In akus­ti­schen Ver­sio­nen, je 30 Minu­ten. Kein Grob­schnitt-Abend ohne dies.

Und das heißt zugleich: kein Auf­tritt sol­cher Art, ohne dass die hal­be Mensch­heit zusam­men ström­te. Es gab zwei Warm-Up-Kon­zer­te in Hagen, wo Grob­schnitts fein­ge­schnitz­te Wie­ge stand, bei­de Aben­de waren ruck­zuck aus­ver­kauft, ste­hen­de Ova­tio­nen schon nach dem Ope­ner „Vater Schmidt“. Zwi­schen­durch ein paar Geschich­ten aus der Geschich­te, alles mit dem typi­schen Grob­schnitt-Humor und dem typi­schen Grob­schnitt-Blick auf eine Welt, die sich rund um Hagen dreht, und spä­tes­tens jetzt weißt du, du stehst auf der Roll­bahn, ja doch, aber du willst in der Chris­tus­kir­che sit­zen. Bochum ist nicht weit.

Und könn­te zügig aus­ver­kauft sein.

Grobschnitt | Evolution

Eine der ein­fluss­reichs­ten Kraut­rock- und Pro­gres­si­ve-Rock-Bands in der deut­schen Musik­ge­schich­te. Mar­ken­zei­chen waren ihre bis zu vier Stun­den dau­ern­den Live-Kon­zer­te mit einem Mix aus Musik, Thea­ter­ein­la­gen, Light­show und Pyro­tech­nik.

14 Alben zwi­schen 1972 und 1989.

Höchst­wer­tung gemein­hin für das 1977 erschie­ne­ne Stu­dio-Album „Rockpommel’s Land“ sowie das ein Jahr spä­ter ver­öf­fent­lich­te Live-Album „Solar Music“ mit sei­nen aus­ufern­den Gitar­ren- und Key­board-Soli. Bei­de Alben genie­ßen heu­te Kult­sta­tus. Das Musik­ma­ga­zin „eclip­sed“ hat sie in die Lis­te der 150 wich­tigs­ten Pro­gres­si­ve-Rock-Alben auf­ge­nom­men.

1978 wur­de Grob­schnitt von den Rock­fans des WDR-„Rockpalast“  —  sei­ner­zeit eine Institution1  —  zur bes­ten Live-Band des Jah­res gewählt. D.h.:  Mehr als 1300 Kon­zer­te zwi­schen 1971 bis 1989!

Von 2007 bis 2012 gab es unter der Feder­füh­rung von Sän­ger „Wil­li Wild­schwein“ eine Vater/­Sohn-For­ma­ti­on, die unter dem Mot­to „Grob­schnitt Next Par­ty“ in die­ser Zeit ins­ge­samt 43 erfolg­rei­che Live-Kon­zer­te spiel­te und danach das Pro­jekt wie­der been­de­te.

2015 erschien mit „79:10“ das Gesamt­werk-Box-Set aus der Zeit von 1972–1989 und war nicht nur in Null­kom­ma­nix aus­ver­kauft. Und kata­pul­tier­te die Band zum Erstau­nen der Musik­fach­welt auf Platz 25 der deut­schen Album-Charts. Beglei­tend zur Box wur­den auch alle 14 Kata­log-CDs mit neu­em Art­work und reich­lich Bonus­tracks neu ver­öf­fent­licht. Spie­gel-Online:

„Ende Mai rausch­te ein Ufo in die deut­schen Charts: Wie aus dem Nichts tauch­te da auf Rang 25  –  zwi­schen Deich­kind und und Udo Jür­gens  –  die Band Grob­schnitt auf. Und das nicht mit einer neu­en CD, son­dern mit einer 17 CDs umfas­sen­den Delu­xe-Box. Der Kas­ten mit dem selt­sa­men Namen „79:10“ bün­delt eine der erstaun­li­che­ren Kar­rie­ren der deut­schen Rock­mu­sik  –  auf CDs, deren maxi­ma­le Bespiel­bar­keit von 79 Minu­ten und zehn Sekun­den jeweils aus­ge­reizt wur­de. Das ist ganz in der Grob­schnitt-Tra­di­ti­on, die Din­ge mit einem gewis­sen Humor anzu­ge­hen. Ver­mut­lich über­le­gen die Vete­ra­nen aber nun, nach dem durch­aus über­ra­schen­den Erfolg ihrer monu­men­ta­len CD-Box, ob sie noch ein­mal auf Tour­nee gehen mögen. Ihr Publi­kum ist noch da — das weiß die Band nun“.

2016 über­rasch­te die Band ihre Anhän­ger mit der „SOLAR MOVIE“-DVD-Box von ihrem legen­dä­ren Auf­tritt im WDR-Rock­pa­last im Jah­re 1978 und erfüll­te sich …

2017/2018 einen wei­te­ren Traum: die „BLACK & WHITE“-Vinyl-Serie des kom­plet­ten Grob­schnitt-Kata­logs von 1972 bis 1989.

2019: der Coup mit der Ankün­di­gung, wie­der Live spie­len zu wol­len …

… und 2021, so Gott will, die Gol­de­ne Par­ty: 50 JAHRE GROBSCHNITT.  


GROBSCHNITT | Acoustic Par­ty

Gerd Otto Kühn aka Lupo | Lead­gi­tar­re
Ste­fan Danie­lak aka Wil­li Wild­schein | Gitar­re, Gesang
Ste­fan Danie­lak jun. aka Nuki | Gitar­re, Gesang, Per­cus­sion

» Sams­tag 23. Novem­ber | 20 Uhr
» VVK 40,60 €
» Tickets direkt hier bei uns ordern (hier kli­cken)

Nach dem Kon­zert ist vor den Sel­fies mit Lupo, Wil­li und Nuki. Kein Dress-Code, aber hier: eine Emp­feh­lung.