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Lea W. Frey und Band (c)

Indie Ambient Pop. Um es auf ein 3-Worte-Wort zu bringen, da fehlt jetzt allerdings das Wort Jazz. Und das Wort Klassik, diese Stimme ist offenbar klassisch geschult, sie spaziert durch vier Oktaven. „Hohe Singkultur“, schrieb RONDO, das Klassik- & Jazzmagazin, „hohes Suchtpotential“ die SÜDDEUTSCHE. Erinnert an Kate Bush, das ist unvermeidlich. Leas Drummer allerdings ist Andi Haberl von THE NOTWIST, um einmal in eine ganz andere Richtung zu weisen, eine mega-erfolgreiche. Gibt es das Wort Kraut-Pop? Käme hin.

Lea W. Frey also, Berlinerin und nicht zugezogen, Sängerin und top ausgebildet. Ihr Drummer aus dem Indie-Ambient-Segment, an den Saiten das jazz-affine Bruderpaar Meyer, Peter und Bernhard, die beiden bilden ansonsten 2/3 des Melt-Trios, das wiederum zu den auffälligsten Gitarren-Trios im hiesigen Jazz gerechnet wird. Und an den Tasten die stets maskiert auftretende Künstlerin Liz Kosack aus Brooklyn/NY.

Der Sound, den diese Mixtur aus Noise-Pop und Ambient, aus Songwriting und Synthie-Sounds, aus Jazz und Krautrock erschafft: kühl elektrifiziert, subtil harmonisch und etwa so tränenverhangen wie der Blick, den Björk und Sigur Rós auf diese Welt geworfen haben, will sagen: ganz und gar nicht. Die Welt, die in diesem Blick erwacht, ist nicht verträumt, eher versponnen, nicht esoterisch, aber etwas entrückt. Nicht düster, überhaupt nicht, sondern kristallin und klar, aber auch das auf eine melancholische Weise. Irgendwo in der Stratosphäre scheint dieser Sound mit CAN vereint zu sein, mit Sun Ra, mit Portishead und Sonic Youth.

Und dann diese eismeerklare Stimme, die  —  wir reden vom Pop  —  über den Klimwandel singt und über Gentrifizierung und, doch ja, über die Liebe. Sie tut dies derart unaffektiert, wie man es ewig nicht gehört hat: Diese Stimme bettelt nicht um Gefühle, wie es die vielen Schmerzensmänner tun, die es jetzt gibt, sie singt keine Töne von unten an, zerrüttelt sie in keinem Vibrato und lässt sie am Ende einer Zeile nicht selbstzerquält abschmieren  —  diese ganzen Tricks, um echte Gefühle vorzutäuschen, hat sie nicht nötig, Björk hat sie auch nicht gebraucht.

Großstadt-Pop eben. Nicht so zugänglich wie eine Kneipe in der Vorstadt, sie haben die Berghain Kantine ausverkauft. Ihre Musik hält einen auf nuancierte Distanz, behält immer etwas zurück. Es gibt Pop, der auf einen zukommt und ungefragt umarmt, und es gibt Pop, vor dem man steht und staunt wie ein Rätselrater vor der Sphinx.

Mit anderen Worten: Kraut-Pop für den Kraut-Kubus, den urban urtyp-Raum-im-Raum. urban urtyp? Ist die Indie-Reihe an der Ruhr. 1 x im Monat immer sonntags 19 Uhr, immer 10 Euro, immer anders. Ist Jazz und Post, Elektro und Sprache, Klassik und Ambient und Pop und anderes mehr. Ein Stil, der sich keinem Stil verschreibt. In einem Kubus, der Musik verdichtet: 10 x 10 Meter groß, wird er für jedes urban urtyp-Konzert in den weiten Kirchenraum gestellt. Was ist urban? Hören, was man nicht kennt.


LEA W. FREY | urban urtyp #72

» Sonntag 07. April | 19 Uhr
» Einlass 18:30 Uhr
» wie immer bei urban urtyp: nur 10 € !
» VVK direkt hier bei uns
» oder besser noch: direkt bei uns reservieren, wir machen das dann

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