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Mauergeschichten | Foto-Ausstellung

2. September, 15:0018. September, 18:00

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Sei­ja Ulku­nie­mi ©

thw || Die Geschich­te lief an der Mau­er dies­seits ab und jen­seits. Dies­seits  —  Kreuz­berg, West-Ber­lin  —  konn­te die Mau­er tat­säch­lich manch­mal sein, als was sie jen­seits aus­ge­ge­ben wur­de: ein „Schutz­wall“. Der Frei­raum, den die­ser „Schutz­wall“ bot, war so lang wie die Mau­er sel­ber und etwa ein bis viel­leicht 3 Meter breit: Die Mau­er stand nicht auf der alli­ier­ten Sek­to­ren­gren­ze, son­dern etwas zurück gesetzt, und wenn man sich auf West-Ber­li­ner Sei­te an die Mau­er gelehnt hat, stand man auf dem sog. Unter­bau­ge­biet, war also bereits drü­ben, und das hieß: für kei­nen West-Ber­li­ner Poli­zis­ten greif­bar.

In die­sem Frei­raum ent­stand die Mau­er­kunst  —  wobei es schon doch pas­sie­ren konn­te, dass plötz­lich ein VoPo auf­tauch­te und sich ein Graf­fi­ti-Künst­ler ent­schei­den muss­te, wel­cher Staats­ge­walt er den Vor­zug geben möch­te (die Wahl fiel kei­nem schwer  —  außer den selt­sa­men Vögeln, die 1988 das Len­né-Drei­eck besetzt hat­ten und dann, als das Gebiet in den Besitz von West-Ber­lin kehr­te, über die Mau­er in den Osten flo­hen, wo man sie prompt zurück in den Wes­ten geschickt hat).

Die­ser klei­ne Mau­er­strei­fen vor dem eigent­li­chen Grenz‑, dem Todes­strei­fen also war, immer von dies­seits gedacht, ein biss­chen Nie­mands­land. Ein Ort, den man rauf- und run­ter spa­zie­ren konn­te wie am Strand, wäh­rend man dar­über medi­tier­te, wie man den Kapi­ta­lis­mus ab- und den Sozia­lis­mus neu­schaf­fen könn­te und ob sich da da ein son­ni­ges Plätz­chen fin­den möge im neu­en Sein … nicht schön, die­se Mau­er­ge­schich­te. Es ist mei­ne, aber eigent­lich ist es die einer Genera­ti­on in Kreuz­berg. Wenn man die­se Geschich­te ver­all­ge­mei­nern will: Die klei­ne Uto­pie, das biss­chen Nie­mands­land, funk­tio­niert nur, solan­ge man den Todes­strei­fen aus­blen­det. Wie soll das erst wer­den mit der gro­ßen Uto­pie.


Mau­er­ge­schich­ten die­ser Art  —  per­sön­li­che Erin­ne­run­gen, pri­va­te Bli­cke  —  hat die fin­ni­sche Künst­le­rin Sei­ja Ulku­nie­mi gesam­melt. Sie hat Men­schen in der Gedenk­stät­te der Ber­li­ner Mau­er befragt und foto­gra­fiert. Die Aus­stel­lung zeigt über 30 groß­for­ma­ti­ge Foto­gra­fi­en mit Tex­ten, die aus den Inter­views mit den por­trai­tier­ten Per­so­nen ent­stan­den sind.

MAUERGESCHICHTEN | Fotos von Sei­ja Ulku­nie­mi 

Eröff­nung 30. August 2019 | Chris­tus­kir­che Bochum | 20 Uhr
» Sei­ja Ulku­nie­mi wird zur Eröff­nung der Aus­stel­lung anwe­send sein.

Aus­stel­lung im Schle­gel-Haus (gegen­über der Chris­tus­kir­che)
» 31. August — 15. Sep­tem­ber 2019
» Mo-Fr 15–20 Uhr
» Sa & So 12–18 Uhr
» Ein­tritt 3,- €