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Shalosh (c)

KONZERT WIRD VERLEGT ins nächste Jahr. Neuer Termin vermutlich im Januar, Details folgen.

 


 

Ein Jazz-Piano-Trio? Ja. Nein. Anders, das hier ist eine Band. Und ein fulminanter Spaß, ein postmoderner. Eine Welt aus Zitaten und Verweisen, eine Jonglage mit dem, was man  –  erstens  –  kennt, was man  –  zweitens  –  ganz anders kennt und was man  –  drittens  –  könnte kennen können. Shalosh ist das hebräische Wort für 3.

Kommen aus Tel Aviv, dieser grellen, bunten, toleranten Stadt. Einer Stadt am Meer, übers Mittelmeer kamen immer die fernen Dinge, die Sounds der Anderen. In diesem Klanggewirr  –  Orient und Okzident, Afrika und Altertum, Neuzeit und Nahost usw.  –  sind sie aufgewachsen in den 90ern, 3 Freunde, die für Nirvana schwärmten und für Brahms, für den Broadway und für The Bad Plus, für Ahmad Jamal und Indierock, für Hip-Hop und für Old-School-Jazz, Kammermusik und Clubs, anspruchsvoll und zugänglich, verspielt und geradeaus … Sie jazzen, wenn sie rocken.

Und rocken, wenn sie jazzen. Mit einer Wucht, wie man sie so nur vom Tingvall Trio kennt. „Heavy Jazz“, schrieb das Rolling Stone.

 

Shalosh (c)

Jazz-Indie, sagen wir. Wie gemacht für urban urtyp, die Indie-Reihe im Revier, so respektvoll antiautoritär, wie sie spielen. Und die eigentliche Idee des Jazz beatmen, die Freiheit, die einen dazu bringt, alles mit allem ins Gespräch zu bringen, you never walk alone. Wenn sie diese Broadway-Hymne der 40er spielen, denkt niemand mehr an die Anfield Road und auch nicht ans Westfalenstadion, auf einmal hält man diese Melodie, die einem immer etwas ordinär erschien, für “the most epic song ever”. Sagt Pianist Gadi Stern: „Wir mögen epische Momente.” Eigentlich, sagt er, sei diese Hymne, von 80 000 gesungen, „ein heimlicher Jazz-Standard“.

Es hat eine Menge Witz, wie sie so etwas in Jazz übersetzen oder, anderes Beispiel, einen 80er-Ohrwurm wie „Take On Me“ von a-ha. Oder, noch ein Beispiel, der Song, den sie über sich selber schrieben, „Children Of The 90s“, er beginnt, so erklärt es Gadi Stern, „mit einer Vierakkordstruktur, die du in vielen 90er Jahre Songs findest, von da an wird es komplexer.“ Die Gegenwart beginnt, die Vierakkordstruktur gerät ins Leben. Es ist also nicht so, dass sie aus Kohle Gold machen würden, eher ließe sich sagen, dass dieses Trio Gold entdeckt, wo man selber nur nach Kohle schürft: Shalosh verändert das Hören, das eigene. Es gibt, wenn wir über Musik reden, kein schöneres Kompliment.

 

Shalosh (c)

Ein paar Facts: Debütalbum 2014, tausendfach in den Radios von Israel, Brasilien und den USA und dann auch in England, Polen, Deutschland, Österreich gespielt. Erste Tour, zweites Album, Anfang 2017 erschienen, Gadi Stern beschreibt es mit einem Satz, den man am besten unübersetzt lässt:

“Shalosh is not just a band, it’s an idea.”

Rules of Oppression wird international als eines der besten Alben des Jahres gefeiert. Zweite Tour, jetzt interkontinental, drittes Album, es ist 2019 bei ACT erschienen, dem Münchener Label. 

Wo sie hingehören. In die Gesellschaft von Michael Wollny und Nils Landgren und Chris Hopkins et all: so unbekümmert, wie sie durch die Weiten der Musik jammen, so respektvoll, wie sie Stars und Sterne grüßen, so fröhlich, wie sie durch fremde Weiten schweifen, und das Wichtigste in allem, was sie tun und wie sie spielen: Es ist, auf respektvolle Weise, völlig antiautoritär. Indie-Jazz eben.

 

SHALOSH | urban urtyp spezial

» Gadi Stern | piano, keys
» David Michaeli | double bass
» Matan Assayag | drums

» Sonntag 17. Mai 2020 | 19 Uhr
» Einlass 18:15 Uhr
» VVK 20 zzgl. Geb.
» Tickets direkt hier bei uns ordern  –  hier klicken  –  oder in allen VVK-Stellen bundesweit

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