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Tag des offenen Denkmals

8. September, 13:0019:00

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Turm der Chris­tus­kir­che, För­der­tum des Deut­schen Berg­bau-Muse­ums | Licht­blick-Fotos

Die­sen Tag gibt es jedes Jahr, aber er hat in jedem Jahr ein ande­res The­ma, in 2019 lau­tet es:

„Die Moder­ne: Umbrü­che in Archi­tek­tur und Kunst“

Sper­rig? Nein, die Moder­ne ist das, was sich  —  es ist drin­gend  —  zu ver­tei­di­gen lohnt. Um die Dring­lich­keit zu begrün­den, muss man nicht erst die AfD bemü­hen, wohl aber die eige­ne Geschich­te: Auch Kir­chen gel­ten nicht eben als Vor­rei­ter der Moder­ne. Die meis­ten Men­schen heu­te den­ken, die Kir­che sei andau­ernd hin­ter­her getrot­telt und  —  cogi­te intra­re  —  irgend­wann genö­tigt wor­den, ein­zu­tre­ten in die Moder­ne. Das ist auch wahr, ist aber nur die eine Hälf­te der Wahr­heit, die ande­re geht so:

Es gab immer wie­der  —  und gibt es noch  —  radi­ka­le Umbrü­che in der Kir­che, in der Kir­chen-Archi­tek­tur, in der von Kir­che initi­ier­ten Kunst und in der kirch­li­chen Theo­lo­gie. Umbrü­che, die wie­der­um zwie­späl­tig waren: Mal fie­len sie zurück in die Bar­ba­rei, mal taten sie einen gro­ßen Schritt her­aus. Und um die­sen Schritt, den eman­zi­pa­to­ri­schen Schritt, muss es gehen, wenn es um Denk­mä­ler geht. Wenn es um die Moder­ne geht. Die Chris­tus­kir­che?

Ist ein Bau­werk, das die Moder­ne ver­dich­tet wie kaum ein ande­res. Was die­se Stei­ne hier erzäh­len, sind kon­zen­trier­te Umbrü­che. Sind Wege, die zu Irr­we­gen, und Keh­ren, die zu Ein­sich­ten wur­den. Ers­te Sta­ti­on am Tag des offe­nen Denk­mals: die eben­so präch­ti­ge wie pre­kä­re „Hel­den-Gedenk­hal­le“ im Turm, sie erin­nert an den Ers­ten Welt­krieg, der Euro­pa in einen Fried­hof ver­wan­delt hat.

Dann wan­dern wir hin­über in die neue Chris­tus­kir­che, die, unpom­pös und bil­der­los, eine Ant­wort gibt auf die Fra­ge, wie man  —  nach zwei Welt­krie­gen, nach Ausch­witz  —  wie man über­haupt noch eine Kir­che bau­en kann. Die Chris­tus­kir­che gilt als eine der schöns­ten Sakral­neu­bau­ten Euro­pas. Kann Schön­heit … ret­ten?

Um die­se Kir­che her­um ist der Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens ent­stan­den, er ist aus den Namen von 14 726 Euro­pä­ern gebaut, gewid­met ist er den Ver­spre­chen, die die­se 14 726 Euro­pä­er an Euro­pa gege­ben haben. Ein Platz, den man  —  Jochen Gerz hat ihn erdacht in einer Zeit, als nie­mand dar­an gedacht hat, dass Euro­pa nicht mehr sein könn­te  —  den man pro­phe­tisch nen­nen muss.

Und schließ­lich, letz­te Sta­ti­on, geht es hin­auf auf den Turm bis hoch zu den Glo­cken, die nur ein­mal im Jahr geläu­tet wer­den  —  immer am 11. Sep­tem­ber von 14:46 bis 15:03 Uhr. Das sind die Minu­ten, in denen der Mensch­heit  —  am 11. Sep­tem­ber 2001  —  deut­lich gewor­den ist, was Ter­ror bedeu­tet. Und dass sich Ter­ror nicht gegen Unter­drü­ckung rich­tet, son­dern gegen die Moder­ne. Und dass dage­gen nur eines hilft, ein vor­mo­der­nes Gefühl: com­pas­si­on, über­setzt: Mit­leid, neu­deutsch: Soli­da­ri­tät

» Füh­run­gen um 13 h, 15 h und 17 h
» Dau­er jeweils 60 bis 90 Minu­ten
» kos­ten­frei
» Anmel­dung nötig nur für Grup­pen ab 7 Per­so­nen

» für Kin­der mit Ein­schrän­kun­gen geeig­net
» bar­rie­re­frei
» Park­plät­ze vor­han­den
» Anrei­se mit ÖPNV mög­lich

» Hin­weis: Die Trep­pen des Tur­mes hoch­zu­stei­gen, ist kei­ne über­mä­ßi­ge, aber den­noch kör­per­li­che Anstren­gung. Die Luft im Turm kann mit­un­ter sti­ckig sein. Wir geben das allen zu beden­ken, die zB unter Atem­be­schwer­den lei­den.