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Hundreds | elektro akustik tour

8. Dezember, 20:0022:30

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Hund­reds ©

„Wil­der­ness“. Ihr drit­tes Album. Es wur­de gefei­ert, dann wur­den sie sel­ber gefei­ert auf der Tour, die hat bis Ende 2016 gedau­ert, und jetzt  —  legt eine abend­li­che Ruhe sich über das üppi­ge Werk, die­sen bra­chi­al sen­si­blen Pop Noir. Das Werk kehrt in sich sel­ber zurück, der Wald steht schwarz und schwei­get, und aus der Wil­der­ness stei­get ein gol­de­ner Nebel  —  ein wun­der­ba­res Werk.

Aus Ham­burg, das Duo ein Geschwis­ter­paar, Eva ist fünf Jah­re jün­ger als Phil­ipp, er ein stu­dier­ter Jaz­zer, sie die Stim­me des Pop. Eine ruhi­ge Stim­me, kon­trol­lier­te Empha­se und auf die­se Wei­se eigen­tüm­lich ent­rückt, es ist, als sei der Klang die­ser Stim­me in einer Kris­tall­ku­gel gebor­gen. Die Melo­di­en: Pop von gro­ßer Güte, die Sound­welt: Post Rock, Syn­thie-Pop, Elec­tro­nics. 

Vor knapp zehn Jah­ren sind sie auf phä­no­me­na­le Wei­se in den Kos­mos der Musik ein­ge­stie­gen. Phä­no­me­nal, weil sich nie­mand erklä­ren konn­te, wor­in das Geheim­nis ihrer Musik lie­gen mag, die immer bei­des ist, ent­rückt und unmit­tel­bar:

„So wenig greif­bar wie die Per­so­nen dahin­ter, bie­tet sie trotz­dem Umar­mung an. Immer und unbe­dingt.“

Schrieb Sinn­bus, ihr dama­li­ges Label [das wir hier so mögen, Me And My Drum­mer bei­spiels­wei­se sind dort gewor­den, was sie sind]. Sie ist von Far­ben getränkt, die Musik der Hund­reds, alle Far­ben sind üppig und satt und ziem­lich dun­kel, nur ab und an etwas Oran­ge, ein lind­grü­ner Schat­ten, ansons­ten

[Eva:] Blau.

[Phil­ipp:] Blau.

[Bei­de:] Blau.

[Eva:] Und Dun­kel­grün.

Und groß. Him­mel, Wei­te, Tie­fe, „man könn­te dar­in ertrin­ken“, warn­te DIE ZEIT, man könn­te zur Kie­men-Atmung über­ge­hen, emp­feh­len wir, das Meer ist wüst, aber manch­mal ist es still und klar. Ozea­nisch könn­te man die­se Musik nen­nen oder so, wie ein Wald klin­gen mag, wenn Cas­par David Fried­rich ihn malt. Dra­ma­tisch und weit aus­ho­lend, wer traut sich das denn noch, den gro­ßen Ges­tus des Pop, die­ses Seid-Umschlun­gen, seid es alle.

Es geht in „Wil­der­ness“ ganz offen­sicht­lich nicht um das klei­ne Glück um die Ecke und nicht ums Dra­ma rund um einen selbst, son­dern  —  das Pan­ora­ma ist kaum grö­ßer auf­zu­rei­ßen  —  es geht um das Ver­hält­nis von Mensch und Natur, genau­er: um den Ein­bruch des Men­schen in unbe­rühr­te Natur. Micha­el Jack­son hat die­ses Mega-The­ma mit sei­nem „Earth“-Song ein­mal in Pop über­setzt, seit „Earth“ ist klar, dass man auf die­ser Erde eigent­lich nur schei­tern kann, woll­te man es noch ein­mal ver­su­chen. HUNDREDS neh­men das The­ma, sie über­set­zen es in Pop, sie schei­tern nicht, sie umar­men es. 

Ob sie je unbe­rührt war, die Natur? Uner­löst ist sie in jedem Fall. Nur abends, wenn sich die Stil­le über sie legt und gol­de­ner Nebel stei­get wun­der­bar, abends klingt die Fra­ge an, was denn wohl wäre, wenn es stimm­te, was der Pop uns ver­spricht: dass der Löwe neben dem Lamm lie­gen könn­te und das Lamm neben dem Löwen. „Wil­der­ness“ akus­tisch.


HUNDREDS | elek­tro akus­tik tour

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Sup­port-Act: JOCO

Ein wei­te­res Geschwis­ter­paar: Jose­pha (Vocals, Drums) und Cosi­ma (Vocals, Pia­no, Gitar­re) aka JOCO. Sie machen den Sup­port, wun­der­bar ver­spon­nen, schwe­re­los flie­ßen die Stim­men, sie malen das Sound­bild mit eige­nen Hän­den. Ein­deu­tig Indie-Pop. Einer­seits, ande­rer­seits haben sie ihr ers­tes Album in den Abbey-Road-Stu­di­os ein­ge­spielt, in den Abbey-Road-Stu­di­os. Da, wo Beat­les und Pink Floyd gear­bei­tet haben. Jocos Pro­du­zent war Ste­ve Orchard, der mischt an ande­ren Tagen McCart­ney ab und Björk und Cold­play und so.

Das sind denn doch eine Men­ge Lor­bee­ren vor­ab und denn doch viel­leicht etwas zu vie­le. Es ging dann so wei­ter: Ihr zwei­tes Album ist jetzt erschie­nen, es heißt „Into the Deep“, auf­ge­nom­men wur­de es wo? In den Abbey-Road-Stu­di­os in Lon­don, gemischt hat es wer? Ste­ve Orchard, und sind da noch Fra­gen, die unbe­ant­wor­tet geblie­ben sind?

» Frei­tag 08. Dezem­ber, 20 Uhr | Ein­lass 19 Uhr
» VVK 24 € zzgl. Gebüh­ren | AK 30 €
» Tickets direkt hier bei uns