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Stadt des europäischen Versprechens

8. Mai, 14:0010. Mai, 18:00

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Eröff­nung des Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens, Dezem­ber 2015 | © Sab­i­tha Saul

15 Jah­re her, dass wir Jochen Gerz ein­ge­la­den haben, dem ver­bau­ten Raum vor der Chris­tus­kir­che einen Sinn zu geben. Eben hier, zwi­schen iko­ni­scher Archi­tek­tur und Hin­ter­hof-Tris­tesse, hat Gerz sei­ne Idee für einen Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens ent­wi­ckelt. Es war eine Zeit, in der Euro­pa so über­zeit­lich schien wie Saat und Ern­te und Frie­den in Euro­pa so selbst­ver­ständ­lich wie Tag und Nacht. Das ist heu­te anders, Gerz hat gespürt, dass uns Euro­pa zer­rin­nen kann: „Im Her­zen sei­ner Bewoh­ner“, schrieb er 2007, „reimt sich der Kon­ti­nent des Frie­dens so gut wie auf nichts.“

Daher die Idee für die­sen Platz, er ist eine Ein­la­dung an uns, sich Euro­pa aus­zu­ma­len. Es als „Hei­mat der Ima­gi­na­ti­on“ neu zu begrün­den:

„Wo liegt Euro­pa? Gibt es einen Ort in unse­rer Ima­gi­na­ti­on, der die­sen Namen trägt? Gibt es eine ver­bor­ge­ne Stel­le in unse­rem Her­zen?“

Heu­te ist die­ser Platz, im Dezem­ber 2015 eröff­net, Teil der Stadt, er ist Teil ihres All­tags, er ist unpa­the­tisch. Er taugt für kei­ne Auf­mär­sche und kei­ne Cat­walks. Aus 14.726 Namen gebaut ist er der ein­zi­ge Platz auf die­ser Welt, der uns gewid­met ist, den Leben­den: Jeder Name steht für ein Ver­spre­chen, das jede und jeder sich sel­ber gege­ben hat  —  ein per­sön­li­ches Ver­spre­chen, das unsicht­bar ist und unhör­bar bleibt. Dar­um ist die­ser Platz bei­des: ein Platz im Her­zen der Stadt und ein Ort in unse­rer Ima­gi­na­ti­on. Die gan­ze Stadt könn­te so sein, sie lässt sich so den­ken: als eine Stadt, in der das euro­päi­sche Ver­spre­chen einen Platz gefun­den hat.

Also wol­len wir jetzt  —  die Wah­len vor Augen, man nennt sie die „Schick­sals­wah­len Euro­pas“  —  ver­su­chen, euro­pä­isch zu spre­chen, wol­len es ler­nen. Ohne Pathos und ohne Eupho­rie, das neue Euro­pa ist nicht laut, es gibt par­tout kein Feu­er­werk, es gibt Gedan­ken.

Sie mit ande­ren zu tei­len, gibt es das „Café Euro­pa“, ein Popup-Café auf dem Platz. Hier das Pro­gramm für die 3 Tage:

Mittwoch 8. Mai

16:00 | Colour­ful Euro­pe
Liveper­for­mance mit den Euro­Po­lit­Punks der Erich-Käst­ner-Schu­le

17:00 | Jun­ges Euro­pa debat­tiert
Eine öffent­li­che Kon­tro­ver­se, die Regeln sind vor­ge­ge­ben, die Argu­men­te frei. The­ma 1: „Wahl­recht fürs EU-Par­la­ment ab 16 Jah­ren?“ The­ma 2: „Soll sich die EU über die Gren­zen Euro­pas hin­us erwei­tern?“ //  Mit dem Neu­en Gym­na­si­um Bochum, der Gewin­ne­rin von NRW-Jugend debat­tiert Ange­li­na Vol­le und wei­te­ren Akteu­ren.

20:00 | Poe­try Slam Spe­zi­al: „Mein Euro­pa“
Mit Sebas­ti­an 23, Andy Strauß, Jule Weber u.a. Alle Infos hier.

Donnerstag 9. Mai

14:00 | Öffent­li­ches RUB-Semi­nar: „Euro­pa­wahl 2019 — eine Rich­tungs­wahl“ 
Wie arbei­tet das Euro­päi­sche Par­la­ment, wel­che Sze­an­ri­en las­sen sich  —  je nach Wahl­er­geb­niss  —  aus­ma­len? Der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Flo­ri­an Spohr lei­tet das Semi­nar an der Ruhr-Uni, des­sen Ein­sich­ten er nun zur öffent­li­chen Debat­te stellt. Ein Semi­nar von European Cul­tu­re and Eco­no­my (ECUE)

16:00 | Kon­fe­renz der Euro­pa­schu­len
In Bochum gibt es vier Euro­pa­schu­len: Hil­de­gar­dis-Schu­le, Hell­weg-Schu­le, Lou­is-Baa­re-Berufs­kol­leg und Neu­es Gym­na­si­um. Für das Pro­jekt Stadt des euro­päi­schen Ver­spre­chens haben sie ihre Akti­vi­tä­ten abge­stimmt und prä­sen­tie­ren sie, näm­lich: die Ergeb­nis­se bei der Junior­wahl zum Euro­pa­par­la­ment, ein Euro­pa-Quiz, das Plan­spiel „Fes­tung Euro­pa” sowie eine gro­ße, künst­le­risch gestal­te­te Euro­pa­kar­te. Ihr gemein­sa­mer Tex: die Frie­dens­re­de von Vic­tor Hugo aus dem Jahr 1848

17:00 | Jochen Gerz: Euro­pa ein Ver­spre­chen geben?
Vor 15 Jah­ren, als uns Euro­pa so selbst­ver­ständ­lich schien wie einem Vogel das Flie­gen, stell­te Jochen Gerz vor eine Fra­ge: „Wo liegt Euro­pa? Gibt es einen Ort in unse­rem Her­zen, der die­sen Namen trägt?“ Die Fra­ge war der Impuls dafür, einen Platz zu bau­en, der aus den Namen von 14.726 Namen besteht, die Euro­pa ihr per­sön­li­ches Ver­spre­chen gege­ben haben. Im Dezem­ber 2015 wur­de der Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens eröff­net, jetzt dis­ku­tie­ren der Künst­ler Jochen Gerz, der Kul­tur­chef der WAZ Jens Dirk­sen und ande­re: Was ist das euro­päi­sche Ver­spre­chen? Alle Infos hier.

19:00 | Pul­se of Euro­pe — Zei­chen set­zen für Euro­pa
Infos fol­gen

Freitag 10. Mai

14:00 | Vol­ker Beck: Euro­pa und die Frei­heit (von) der Reli­gi­on
Ein Dis­kus­si­ons­ka­rus­sell ua mit Euro­pe Fic­tion. Vol­ker Beck saß mehr als 20 Jah­re für Bündnis90/Die Grü­nen im Bun­des­tag, war ihr Spre­cher für Migrations‑, für Reli­gi­ons- und für Men­schen­rechts­po­li­tik, enga­giert in der schwul-les­bi­schen Bür­ger­rechts­be­we­gung und Vor­sit­zen­der der Deutsch-Israe­li­schen Par­la­men­ta­ri­er­grup­pe. Zur Zeit Lehrbeauftragter/Associated Lec­tu­rer am CERES Cen­trum für Reli­gi­ons­wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum. Er ist poli­ti­scher Kom­men­tar mit gege­be­nen­falls nöti­ger Schär­fe. Die The­men sind bri­sant: Kopf­tuch, Kru­zi­fix, Kin­der­ehe, reli­gi­ös getun­ter Ter­ror … Alle wei­te­ren Infos hier

16:00 | 20. Ver­ga­be des EU-Ban­ners  —  Für ein gemein­sa­mes Euro­pa
VHS Bochum und Euro­pa-Uni­on Bochum. Ort: Ade­nau­er-Platz

Das Programm zum Download

„Bochum — Stadt des euro­päi­schen Ver­spre­chens“