Im Frühjahr 1933 veröffentlicht Hans Ehrenberg das „Bochumer Bekenntnis“. Es ist das erste Bekenntnis einer Kirche im „Dritten Reich“ - ein radikales Nein zur völkischen Ideologie, das den Sohn des lebendigen Gottes bezeugt, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Mit seinem Zeugnis ebnet Ehrenberg den Weg für die Gründung der Bekennenden Kirche: Im „Bochumer Bekenntnis“, so Günter Brakelmann, „war vorformuliert, was die Barmer Synode später für die ganze deutsche Kirche bekennen sollte“.
Ehrenbergs „Wir sagen Nein“ ist ein öffentliches Nein. Gegen allen Augenschein verkündet er im Sommer 1934 den „Sieg der Kirche“ - einer Kirche „in der Zeit dienend, ihr jedoch nicht gleichgeschaltet“. Mit seinen Broschüren und Flugblättern, die in hoher Auflage über ganz Deutschland verteilt werden, greift er den totalitären Staat öffentlich an und wird öffentlich angefeindet. Er überlebt die Folter im KZ, aber in seiner „Theologie nach Sachsenhausen“ bewahrt er die Idee einer Welt, in der Gott Gott bleibe, damit die Menschen menschlich werden.
Heute werden mit dem nach Hans Ehrenberg benannten Preis Persönlichkeiten ausgezeichnet,
die in öffentlicher Auseinandersetzung protestantische Position beziehen und sie in aktuellen politischen, kirchlichen und wissenschaftlichen Kontroversen vertreten.
Der Hans-Ehrenberg-Preis wird vom Evangelischen Kirchenkreis Bochum in Verbindung mit dem Verleger Hartmut Spenner und in Abstimmung mit der Bochumer Hans-Ehrenberg-Gesellschaft vergeben. Er ist mit 5 000 Euro dotiert und wird in der Regel alle zwei Jahre verliehen.
Weitere Informationen:
» Hans Philipp Ehrenberg | Seite 2
» Preisträgerin 2011: Dr. Antje Vollmer | Seite 3
» Preisträger/innen 2000 — 2009 | Seite 4
» Findungskommission | Seite 5

